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Simone Zaugg ‹Berg und Beton›, 2013

Die gute wirtschaftliche Lage des Bergells beruht zu einem großen Teil auf der Nutzung der Wasserkraft. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) arbeitet bereits seit 1953 mit dem Bergell zusammen, um dort das Wasser zur Gewinnung von Energie zu nutzen. In den Jahren 1955–59 errichteten sie hierfür die Albigna Staumauer auf 2100 m. ü. M..
In ihrer Intervention ‹Berg und Beton› legt Simone Zaugg den Fokus auf das Leben im Bergell und dessen wirtschaftliche Situation. Im Zentrum ihres Interesses und ihrer Faszination steht die Staumauer, deren extremen Dimensionen ihrem Gegenüber, der Natur, standhalten.  Die 759 Meter lange und 115 Meter hohe Staumauer besticht von aussen als erhabener Kontrapunkt in der Berglandschaft.
Simone Zaugg projiziert ihr Video ‹Berg und Beton› auf eine den Durchgang versperrende, betongraue Wand, deren Massivität auf die Bausubstanz der Mauer verweist. In performativen Filmsequenzen inszeniert die Künstlerin in weisser Kleidung mit weissen Objekten Handlungen, die Gefühle der Faszination, aber auch der Irritation und der Bedrohung wecken, sowie den Eindruck von Monumentalität, von Schutz, Schönheit und Poesie vermitteln. Die gigantischen Hohlkammern der Gewichtsmauer lotet die Künstlerin auch akustisch aus. Verhallende Geräusche, Klänge, Echos oder Stille, die zu einer vielschichtigen Tonspur komponiert wurden, lassen uns die räumlichen und zeitlichen Dimensionen erst ganz spüren. Einige der Sequenzen mit Gesang und performativen Handlungen mit Licht wecken in den hohen Räumen Assoziationen an Kathedralen, Bergbau oder auch an Bunkeranlagen. Simone Zaugg lässt die beeindruckenden Innenräume der Staumauer nicht nur erlebbar werden, sondern sensibilisiert den Betrachter durch ihre künstlerische Interpretation auch für die Geschichte, für persönliche Schicksale und für wirtschaftliche Entwicklungen des Ortes.
Céline Gaillard

Dank an: Gian Andrea Walther, Ivana Semadeni, Andreas Fasciati, Tobias Eichelberger, Patrizia Guggenheim, Florio Giovanoli, Lucrezia Bischoff, Romana Walther, Arnoldo Giacometti, Claudio Ganzoni, Ero und Dario (Mitarbeiter ewz), ewz.

 

 

 


‹Berg und Beton›, 2013 · Videoinstallation mit HD Video, Stereosound und Betonwand, 7' 40''
Idee, Konzept und Realistion: Simone Zaugg · Kamera: Pfelder, Simone Zaugg · Video-und Sound-Editing: Michael Hewllik
Bild © Ralph Feiner · © 2013 Video Arte Palazzo Castelmur



In ihren vielschichtigen Video- und Fotoarbeiten, Installationen und performativen Werken reagiert Simone Zaugg (*1968) auf vorgefundene architektonische, historische und soziale Gegebenheiten. Sie eignet sich öffentliche Räume an, wobei es die undefinierten Zwischenzonen sind, die sie interessieren und in welchen sie sich bewegt. So sensibilisiert sie denBetrachter für Situationen und Orte, die häufig erst durch ihr Hinzutreten als solche wahrgenommen und erlebbar werden. In ihren Werken tritt Simone Zaugg häufig selbst als Hauptakteurin auf.

www.simonezaugg.net